Huldrych Zwinglis Wirkung bis in die Gegenwart

Vortrag am 14. September 2107

Der Pfarreisaal in Oberriet war ziemlich voll, um den Vortrag von Pfarrer Christoph Sigrist aus Zürich über Huldrych Zwingli zu hören. In packender Weise schlug Sigrist Brücken zwischen den Entwicklungen im 16. Jahrhundert und der heutigen Zeit. Beispielsweise hat Zwingli in der Stadt Zürich ein neues Ehegesetz geschaffen, weil er die Lebensbedingungen der Menschen damals, auch jene der Frauen, ernst nahm und hat auch selbst geheiratet, obwohl er Priester war. Wie gehen die Kirchen heute beispielsweise mit homosexuellen Paaren um, durchaus auch in konfessioneller Unterschiedlichkeit?

Zwingli hat auch ein neues Sozialnetz aufgebaut, unter anderem mit dem Geld, das die Stadt Zürich durch die Verstaatlichung der Klöster erhalten hat. Wie kann die Gesellschaft heute, unter Mithilfe der Kirchen und Religionen, der Armut entgegenwirken?

Im letzten Teil des Vortrags sprach Sigrist über die Schatten, die auch zu Zwingli gehören, beispielsweise sein Umgang mit den Täufern oder seine Forcierung eines Krieges mit der Innerschweiz. Wie können wir im 21. Jahrhundert versöhnlicher miteinander leben, das ist eine der ganz zentralen Aufgaben der Gegenwart.

An diesem ökumenischen Abend, zu dem die Seelsorgeeinheit Blattenberg und die reformierte Kirchgemeinde Eichberg-Oberriet eingeladen hatten, sang der Chor Montlingen wunderbar und mit viel Begeisterung. Beim anschliessenden Apéro wurde das ökumenische Miteinander gepflegt.

 

Fotos: Gabi Ceric

Text: Martin Böhringer