Vortrag vom 27. September im Kirchgemeindehaus in Oberriet

An die 100 Personen folgten der Einladung, sich von P. Josef Rosenast, Bruder-Klausen-Kaplan und ehemaliger Generalvikar des Bistums St. Gallen, über die Lichtgestalt des Bruder Klaus, wie es in einem Film heisst, informieren zu lassen. Dieser Abend wurde von der evangelischen Kirchgemeinde Eichberg-Oberriet in Kooperation mit der Seelsorgeeinheit Blattenberg im reformierten Kirchgemeindehaus in Eichenwies durchgeführt.

Rosenast erinnerte daran, dass es den ökumenischen Heiligen Bruder Klaus ohne das Ja seiner Frau Dorothee nicht geben würde. Während man von der Vita des Heiligen einiges weiss, bleibt Dorothee Wyss im Hintergrund. Bruder Klaus selbst nannte drei Gnaden, die ihm im Laufe seines Lebens zuteil geworden sind: Die Gnade des Ja seiner Frau und Familie, sie zu verlassen; die Gnade, keinen Willen, Begierde oder Versuchung jemals gehabt zu haben, zu Frau und Kinder zurückzukehren; sowie die Gnade, ohne leibliche Speise und Trank zu leben.

Vieles von Bruder Klaus mag für heutige Zeitgenossen unglaublich klingen, bei näherer Betrachtung aber – oder im Blick auf andere Kulturen – kann ein anderes Bild erscheinen: So ist Bruder Klaus ein einfacher Bauer, der zum Vorbild geworden ist. Er zeigt, dass sowohl Ehe als auch Ehelosigkeit Entscheidungen fordern, und Ehe ein Leben mit Unbekannten ist. Er lehrt, dass zur Partnerschaft Gehorsam (im Sinne von gehorchen, hinhören) und Respekt gehören. Und dass zum gelingenden Ja das Vertrauen in das Ja Gottes gehört.

Der Referent erklärte kurz das Radbild, das Meditationsbild des Heiligen. Die Strahlen, welche nach innen und nach aussen führen, zeigen, dass man Glaube als Geschenk bekommt, welches wiederum nach aussen ausstrahlen möchte und soll. Interessant ist auch ein Blick in die Einsiedelei von Bruder Klaus: das eine Fenster führt in die Kapelle, wo ein Kaplan tagtäglich die Messe gelesen hat, also zu Gott. Das zweite Fenster hinaus, raus zu den Leuten, die zahlreich in den Ranft gekommen waren, zur Natur, in die Welt hinaus.

Der Kirchenchor Oberriet begleitete den Vortrag mit den drei schönen Motetten „Hebe meine Augen auf“, „ich bete an die Macht der Liebe“ und „Mein Herr und mein Gott“. Barbara Koller spielte an der Orgel und begleitete das gemeinsam gesungene Bruder-Klaus-Lied.

Gabi Ceric vom Pastoralteam der Seelsorgeeinheit Blattenberg führte durch den Abend und dankte mit einem guten Schluck Oberrieter Zwetschgenwasser dem Referenten für seine eindrücklichen, im typischen Appenzellerdialekt vorgetragenen und doch so verständlichen Worte und wünschte ihm eine gute Heimkehr in den Ranft.

Text: Gabi Ceric / Martin Böhringer

Fotos: Martin Böhringer